Ekzeme von außen zum Abheilen bringen
Mit speziellen Salben und Lotionen lässt sich der Juckreiz stillen und die Entzündungen können für eine gewisse Zeit abheilen. Zusätzlich erhält die bei Neurodermitis sehr trockene Haut Feuchtigkeit. Viele Neurodermitiker profitieren auch von einer Licht- und Klimatherapie.Im Überblick
Äußerliche und situative Therapie
Für die Behandlung von Neurodermitis gibt es viele verschiedene Ansatzpunkte. Deshalb kann sie gut auf das Krankheitsbild des jeweiligen Patienten angepasst werden. Entsprechende Untersuchungen zeigen dem Arzt außerdem, welche Umstände den Hautzustand verschlechtern. Aus diesen beiden Faktoren ergeben sich individuelle Behandlungspläne. Schlägt eine Behandlung nicht an, gibt es meist noch weitere Möglichkeiten, die der Arzt in Betracht ziehen kann. Grundlegend kann man unterscheiden zwischen der Basistherapie und der Behandlung eines akuten Schubs.
Konsequente Basistherapie
Die Basistherapie, die auch in beschwerdefreien Zeiten konsequent angewandt werden muss, schützt die trockene Neurodermitis-Haut vor weiterer Austrocknung und stabilisiert ihre Barriere- und Schutzfunktion. Je nach Hautzustand verwendet man fette Salbengrundlagen auf sehr trockener Haut und feuchtigkeitsspendende Öl-in-Wasser-Emulsionen bei weniger trockener Haut. Häufig enthalten die Basispräparate Harnstoff. Er hilft der Haut, Feuchtigkeit zu halten und wirkt dem Juckreiz entgegen. Allerdings kann Harnstoff auf der Haut brennen. Daher werden harnstoffhaltige Präparate
für Kinder unter fünf Jahren in höheren Konzentrationen nicht empfohlen.
Therapie des akuten Schubs
Im akuten Neurodermitisschub behandelt man mit antientzündlichen Wirkstoffen. An erster Stelle stehen hier Kortisonpräparate in unterschiedlichen Wirkstärken.
Kortison ist ein wichtiges körpereigenes Hormon mit einer Vielzahl von Aufgaben. Eine davon ist, Entzündungsvorgänge zu hemmen. Dies macht man sich in der Neurodermitistherapie zunutze. Doch
Kortison kann schwerwiegende Nebenwirkungen haben: Langfristig aufgetragen verdünnt sich die Haut, es kann zur Bildung von Äderchen und vermehrter Behaarung kommen. Bei dem heute üblichen Einsatz wird dies aber ausreichend berücksichtigt, sodass in der Regel keine Gefahr besteht.
Als Alternative zum
Kortison stehen seit einiger Zeit die beiden Calcineurinantagonisten Pimecrolimus und Tacrolimus auch für Kinder ab zwei Jahren zur Verfügung. Wie
Kortison greifen sie in körpereigene Abwehrreaktionen ein und verhindern ein Ausbreiten der entzündlichen Vorgänge in der Haut. Sie wirken genauso gut wie mittelstarke bis starke Kortisonpräparate, haben aber deutlich weniger Nebenwirkungen. So kann es bei behandelten Hautstellen vorübergehend zu einem leichten Brennen und Wärmegefühl kommen. Im Gegensatz zu
Kortison können Calcineurinantagonisten auch auf empfindliche Hautareale aufgetragen werden. Nach der Anwendung sollte man sich nicht dem Sonnenlicht, Solarien oder einer Lichttherapie aussetzen.
Proaktive Therapie
Ein neuer Ansatz versucht, Basistherapie und Behandlung eines akuten Schubs zu kombinieren und auch im scheinbar ruhenden Zustand niedrig dosiert antientzündlich mit Tacrolimus weiter zu behandeln. Der Grundgedanke dieser „proaktiven Therapie“ ist, dass neurodermitische Haut auch in Phasen scheinbarer Ruhe geschädigt bleibt und nicht sichtbar weiter leicht entzündet ist.
Weitere Therapiemöglichkeiten
Darüber hinaus können beispielsweise Polidocanol (ein Oberflächenanästhetikum), Gerbstoffe oder schwarzer Tee zum Einsatz kommen, die den Juckreiz bekämpfen. Zinkoxid kühlt, lindert den Juckreiz und wirkt Entzündungen entgegen. Antientzündlich und juckreizstillend wirken auch Schieferöl oder Steinkohleteer. Allerdings ist ihre Anwendung mit starkem Geruch und Verunreinigung der Wäsche verbunden, was bei neueren Präparaten etwas abgemildert wurde. Zudem erhöhen Teerpräparate die Lichtempfindlichkeit. Von Bufexamac in Neurodermitis-Präparaten wird inzwischen abgeraten, da es zu Kontaktallergien führen kann.
Antiseptische Zusatzstoffe schützen die vorgeschädigte Haut vor einer Besiedelung mit Keimen. Antibiotikahaltige Salben und Cremes sollten nur sehr zurückhaltend zum Einsatz kommen, da die Keime dagegen Resistenzen entwickeln können. Im Hals und Gesichtsbereich ist manchmal ein Pilz Ursache für das Aufflammen einer Neurodermitis. Daher kommen hier manchmal auch Antimykotika zum Einsatz.
Fototherapie
Ein weiterer Ansatz, der Neurodermitis-Patienten helfen kann, ist die Fototherapie. Sonnenlicht oder eine gezielte Bestrahlung mit UVA-Strahlen, besonders die UV-A1-Kaltlichttherapie,
kann strapazierte Haut regenerieren. Dennoch kommt der Lichtbehandlung nur eine unterstützende Rolle zu, da bei intensiver Bestrahlung das Hautkrebsrisiko steigt
und die Haut altert. Für Kinder unter 12 Jahren ist künstliche Bestrahlung nicht zugelassen.
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Stillen beugt vor Für Säuglinge vorbelasteter Eltern gilt Stillen als der beste Schutz. Wenn dies nicht möglich ist, sollten Babys bis zum ersten Lebensjahr mit hypoallergener Nahrung gefüttert werden.
Entspannung und Klimatherapie Entspannung wirkt sich positiv auf das Krankheitsbild aus. Auch eine psychologische Betreuung ist in vielen Fällen hilfreich. Besonders bewährt hat sich der längere Aufenthalt am Meer oder im Hochgebirge. Dort gibt es wenig allergieauslösende Substanzen. Außerdem bessern sich bei den meisten Betroffenen die Beschwerden durch Sonnenbestrahlung.
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Tipps zur Selbstmedikation
Bei schlimmen Neurodermitis-Schüben sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen. Das Gleiche gilt, wenn sich aufgekratzte Hautstellen entzünden. Ist die Diagnose sicher und die Ursache bekannt, kann man nach ausführlicher Rücksprache mit dem Arzt auch selbst behandeln. Doch auch dann gibt es einiges zu beachten.
Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und Gegenanzeigen Grundsätzlich kann es bei der gleichzeitigen Anwendung von mehreren Arzneimitteln zu Wechselwirkungen kommen. Harnstoff ist beispielsweise ein Wirkstoff, der in vielen Hautpflegeprodukten eingearbeitet ist. Viele Neurodermitis-Patienten nutzen entsprechende Cremes, Salben oder Lotionen zur Basispflege. Trägt man anschließend jedoch kortisonhaltige Produkte auf, kann deren Wirkung verstärkt werden. Harnstoff verbessert die Freisetzung einiger Arzneistoffe aus ihren Zubereitungen. Gleichzeitig findet deren Aufnahme in die Haut in größerem Umfang statt. Neben kortisonhaltigen Verbindungen trifft dies beispielsweise auch auf die verschreibungspflichtigen Substanzen Dithranol, einem Antiseptikum und Fluorouracil zu. Angaben zu etwaigen Wechselwirkungen finden Sie im Beipackzettel. Bei konkreten Fragen und individuellen Problemen berät Sie Ihre Apotheke gerne.
Nicht in Augennähe auftragen Gerbstoffhaltige Medikamente dürfen nicht mit den Augen in Berührung kommen. Waschen Sie sich daher nach dem Auftragen gründlich die Hände. Hydrocortisonhaltige Medikamente sind nicht zur großflächigen oder dauerhaften Anwendung geeignet. Beim Vorliegen einer Allergie gegen Erdnuss- oder Sojaöl sollte beachtet werden, dass diese pflanzlichen Öle teilweise auch bei der Zubereitung von Salben verwendet werden. Lesen Sie dazu jeweils die Angaben zu den Inhaltsstoffen.
Wenden Sie sich an einen Arzt, wenn
- viele Hautstellen „wund“ sind
- Infektionen entstehen
- die Beschwerden zunehmen
- die Beschwerden durch Selbstmedikation nicht verbessert werden können.
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Hilfe aus der Apotheke
Bei Neurodermitis können bisher nur die Symptome der Erkrankung behandelt werden, nicht die eigentliche Ursache. Neben der Therapie akuter Beschwerden hilft fachgerechte Hautpflege, Verschlimmerungen entgegenzuwirken. Neurodermitis-Patienten haben eine extrem trockene und empfindliche Haut. Sie braucht viel Fett und Feuchtigkeit. Neutrale (wirkstofffreie) Salben- und Cremegrundlagen aus der Apotheke haben sich bewährt. Am Tag kann z.B. eine Feuchtigkeitslotion, nachts Fettcreme aufgetragen werden. Fragen Sie in Ihrer Apotheke nach Produkten, die speziell für Neurodermitiker entwickelt wurden. Wichtig ist, dass die Produkte frei von Parfüm- und sonstigen Reizstoffen sind.
Für die Reinigung eignen sich rückfettende Badezusätze oder Duschöle beziehungsweise sogenannte Syndets. Das sind seifenfreie Reinigungsprodukte. „Normale“ Seifen sind ungeeignet. Ganz wichtig ist es, sich nach dem Waschen gut einzucremen! Experten empfehlen, nach dem Duschen aufs Abtrocknen zu verzichten und die Hautpflegeprodukte direkt auf die feuchte Haut aufzutragen. Dadurch vermeiden Sie überflüssige Hautreizungen und die Feuchtigkeit wird besser gespeichert. Tragen Sie falls möglich nur glatte, atmungsaktive Textilien (Baumwolle oder Seide). Kunstfasern können einen Wärmestau verursachen und den Juckreiz, die Schweißbildung und das Bakterienwachstum verstärken.
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Juckreiz- und entzündungshemmende Salben
Kortisonhaltige Produkte beschleunigen die Wundheilung und lindern den Juckreiz. Entzündliche Prozesse gehen zurück. Die ohne Rezept erhältlichen Einreibungen enthalten den Wirkstoff
Hydrokortison. Sie können bei akuten Beschwerden zwei- bis dreimal täglich dünn auf die verletzte Haut aufgetragen werden. Sie eignen sich nicht zur großflächigen oder dauerhaften Anwendung.
Synthetische Gerbstoffe werden als Gel, Creme, Fettcreme, Lotion, Puder und Badezusatz angeboten. Sie wirken entzündungshemmend, juckreizstillend und schmerzlindernd. Nässende Wunden trocknen unter der Therapie schnell ab. Die Darreichungsform Puder eignet sich nicht zum Auftragen auf offene Wunden. Synthetische Gerbstoffe dürfen nicht in der Nähe der Augen angewandt werden.
Harnstoff wirkt feuchtigkeitsspendend und löst Hautverhärtungen auf. Bei äußerlicher Anwendung wird er konzentriert eingesetzt. Deshalb kann es beim Auftragen kurzfristig zu einem Brennen kommen. Harnstoff ist in zahlreichen medizinischen Körperpflegeprodukten eingearbeitet. Er kann die Wirkung anderer Einreibungen beeinträchtigen. Bei gleichzeitiger Anwendung kortisonhaltiger Produkte kann deren Wirkung verstärkt werden.
Gamma-Linolensäure aus Borretschsamen oder Nachtkerzenöl wirkt juckreiz- und entzündungshemmend. Sie wird vor allem äußerlich zur rückfettenden Hautpflege angewandt. Aber auch die innerliche Anwendung als Nahrungsergänzung ist möglich.
Lokalanästhetika (örtlich betäubende Mittel), wie beispielsweise
Polidocanol unterdrücken die Schmerzempfindung und den Juckreiz. Empfindliche Personen können bei der Anwendung allerdings mit Hautausschlägen reagieren.
Tipp: Viele Kratzwunden entstehen nachts. Um dies zu verhindern, können Sie sich mit dünnen Baumwollhandschuhen schützen und die Fingernägel kurz und glatt feilen.
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